Nach ca. einer Woche habe ich auch diesen Teil in leider nur 10,5 Stunden geschafft. Da Other M die Gemüter der Fans sehr spalten wird, gebe auch ich meinen Senf mal dazu ab. Ich hoffe ich werde nicht zu viel spoilern und falls doch, versuche ich es zu markieren.
Die größte Änderung fällt einem sofort nach dem grandiosen Intro auf. Nach drei nahezu perfekten Metroid Prime Teilen hat man die 3D Ego-Perspektive wieder verlassen. Damit hat man sich wieder an den alten Titeln orientiert. Am ehesten kann man Other M mit einem 2D Seiten-Scroll Titel vergleichen. Aber ein normaler 2D Titel ist es auch nicht. Ich nenne es einfach mal 2,5D.
Der Titel wird nur mit quergehaltener Wiimote gesteuert. Was überraschend gut funktioniert. Es ist allerdings jederzeit die Wiimote auf den Fernseher zu richten um die altbekannte 3D Ego-Perspektive zu wechseln. In dieser Perspektive kann man nicht laufen, sondern nur die Umgebung untersuchen. Hier ist es auch wieder möglich bestimmte Objekte zu scannen. Allerdings nicht mehr so ausführlich wie es bei der Metroid Prime Reihe der Fall war. Die Fülle an Informationen, die man früher über die Umgebung durch das Scannen erhielt ist komplett weggeafallen. Es kommt hin und wieder mal vor, dass man die Gegend nach etwas scanbaren absuchen muss damit die Story weiter geht, oder man sieht dass man an einer bestimmten Stelle durch den Einsatz von Missiles weiter kommt. Das war es aber auch schon. Man erhält auch keine Informationen mehr über die Gegener und ihre Schwachstellen. Die muss man schon selber raus bekommen. Was nicht immer ganz leicht ist.
Damit kommen wir zu einer weiteren Änderung: Der Schwierigkeitsgrad. Der ist doch enorm hoch. Gerade in den letzten Jahren haben sich Fans verschiedener Spielreihen darüber beschwert, dass die Spiele zu leicht sind. Mich hat das nie sonderlich gestört, da ich mittlerweile eh sehr wenig Zeit habe und froh bin wenn ich nicht 2-3 Stunden brauche um einen Gegener zu bezwingen. Other M geht da doch andere Wege und ist eines der schwereren Spiele der letzten Jahre. Allerdings gibt es verdammt viele Speicherstationen, so dass man nie sehr weit laufen muss wenn man doch mal im virtuellen Jenseits gelandet ist. Hinzu kommen noch sehr faire Rücksetzpunkte die einem gerade in den Bosskämpfen helfen. Wie es sich für einen Metroid Teil gehört, sind die Bosskämpfe wieder einmal das beste am ganzen Spiel. Selten habe ich so große und actionlastige Bosskämpfe erlebt. Jeder Kampf ist einzigartig. Und es gibt verdammt viele Bosskämpfe.
Die Entwickler haben immer wieder betont, dass man zu den Wurzeln der Metroid Reihe zurück wollte. Storytechnisch haben sie das auf jedenfall getan, da Other M direkt an die Geschehnisse aus Super Metroid auf dem SNES anknüpft. Das Intro geht kurz auf die letzten Szenen aus Super Metroid ein. Dadurch können selbst die, die Super Metroid nicht kennen getrost zugreifen. Vom Spielverlauf ist es dem Entwicklerteam meiner Meinung nach nicht ganz gelungen zu den Wurzeln zurückzukehren. Dafür ist das Spiel einfach zu geradlinig. Man kommt eigentlich immer genau dort weiter wo man sich gerade befindet. Und sollte dies mal nicht der Fall sein, wird einen auf der Karte angezeigt wo man hin muss. Man muss nie in komplett andere, bereits früher besuchte Levelareale zurückkehren, um dort nach bestimmten Waffen, anderen Upgrades oder anderen Wegen zu suchen, die das Weiterkommen ermöglichen. Die meisten Waffensysteme besitzt man von Anfang an. Allerdings darf man sie nicht verwenden. Dadurch fallen leider die tollen Zwischesequenzen aus den Metroid Prime Teilen weg, wenn man wieder eine neue Erweiterung für das Anzugsystem gefunden hat. Natürlich entscheidet dies nicht darüber wie gt ein Metroid Teil ist. Aber mir fehlt es nunmal
Grafisch ist es das beste Spiel, das ich auf der Wii kenne. Die Zwischesequenzen sind einfach atemberaubend und führen sehr gut duch die Story. Aber auch die normale Spielgrafik ist spitze. Man läuft nur selten durch wirklich langweilige Tunnel. Und falls doch, stört es auch nicht. In einem Raumschiff kann ja nicht wirklich jede kleine Ecke interessant sein. Die Speicherräume sind etwas steril. Aber vielleicht ist das auch so gewollt. Das Einzige, was ich wirklich kritisiere ist das etwas lieblos geratene Raumschiff von Samus Aran. Aber da das nicht wirklich of vorkommt, stört das eigentlich auch nicht.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Other M ein würdiger Nachfolger von Super Metroid ist, allerdings nicht ganz an das Original ran kommt. Gerade wenn man die Metroid Prime Teile gespielt hat, wird immer wieder mit diesen Teilen vergleichen. Aber man sollte das Spiel für sich alleine sehen. Trotzdem wünsche ich mir für einen Nachfolger die Vorteile beider Spielreihen und eine etwas längere Spielzeit. Das Spiel erhält von mir eine Spielspaßwertung von 86,7 %.
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